
Was statt Tabak im Joint rauchen? Kräuter für die Mischung
Was statt Tabak im Joint rauchen: Welche Kräuter in Mischungen, was bleibt im Rauch ohne Nikotin, welche Pflanzen nicht rauchen und was Vaporisieren verändert.
Was kann man statt Tabak im Joint rauchen? In Mischungen kommen zum Beispiel milde Kräuter wie Königskerze, Himbeerblätter, Minze, Kamille oder Melisse. Ein solcher Austausch entfernt Nikotin aus dem Joint, aber nicht den Rauch, denn Kohlenmonoxid entsteht bei der Verbrennung jeder Pflanze. In Europa kombinieren 77,2 bis 90,9% der Konsumenten Hanf mit Tabak, wie eine Umfrage der Global Drugs Survey mit 33.687 Personen zeigt (Hindocha et al., 2016). In diesem Text erfahren Sie, was sich durch das Weglassen von Tabak ändert und was über den Rauch von Kräutern bekannt ist. Wir beschreiben auch, welche Pflanzen nicht in die Papers gehören und warum Vaporisieren mehr verändert als jede Beimischung. Zu jeder Zahl geben wir die Quelle an, und wo Studien fehlen, sagen wir das offen.
WICHTIGE INFORMATIONEN
• In Europa kombinieren 77,2-90,9% der Hanfkonsumenten mit Tabak (Hindocha et al., 2016).
• Eine Kräuterzigarette aus Beifuß ergab doppelt so viel Kohlenmonoxid wie eine Tabakzigarette mit gleichem Teergehalt (Bak et al., 2015).
• EMA-Monographien beschreiben Trinken, Gurgeln und Bäder, aber kein Rauchen.
• Vaporisierer hatten gegenüber Rauchern eine Odds Ratio von 0,40 für Atemwegssymptome (152 Vaporisierer).
Wie viele kombinieren Hanf mit Tabak und warum sollte man das ändern?
In Europa die Mehrheit. In der Global Drugs Survey 2014 gaben 65,6% von 33.687 Hanfkonsumenten an, Hanf mit Tabak zu konsumieren. In europäischen Ländern lag der Anteil zwischen 77,2% in Großbritannien und 90,9% in der Schweiz, in beiden Amerikas zwischen 4,4 und 16,0% (Hindocha et al., Frontiers in Psychiatry, 2016).
Polen war in dieser Studie nicht vertreten, da nur Länder mit mindestens 500 Antworten analysiert wurden. Das europäische Muster ist jedoch klar, denn in jedem untersuchten europäischen Land überwog der Joint mit Tabak. Vaporisieren wurde am häufigsten in Kanada (13,2%) und den USA (11,2%) angegeben.
Die gleiche Studie zeigt etwas Wichtigeres als den Anteil: Unter den Befragten, die auch Tabak konsumierten, hatten diejenigen, die Hanf ohne Tabak nutzten, eine um 80,6% höhere Wahrscheinlichkeit, anzugeben, dass sie Hilfe beim Tabakverzicht wünschen (OR 1,806). Die Wahrscheinlichkeit, dass sie solche Hilfe suchen wollen, war um 103,9% höher (OR 2,039). Es handelt sich um eine Querschnittsstudie, die einen Zusammenhang zeigt, aber keinen Beweis, dass Tabak im Joint das Aufhören erschwert.
Warum sollte man das überhaupt ändern? Tabak bringt Nikotin in den Joint, das von der Weltgesundheitsorganisation als stark abhängig machend beschrieben wird, besonders schädlich für Jugendliche und junge Erwachsene. Tabak tötet jährlich über 7 Millionen Menschen, darunter mehr als 1,6 Millionen Nichtraucher, die dem Rauch ausgesetzt sind (WHO, 26. Juni 2026). In der Umfrage von Hindocha konsumierten Personen, die Hanf mit Tabak kombinierten, Tabak durchschnittlich an 20,8 Tagen im Monat, die anderen an 13,4 Tagen. Auch dies ist nur ein Zusammenhang.
Tabak bringt auch tabakspezifische Nitrosamine ein, die bei der Trocknung und Verarbeitung der Blätter entstehen. Im Rauch einer Kräuterzigarette wurden diese nicht nachgewiesen (Bak et al., Toxicological Research, 2015). Mehr zum Thema Kombination beider Substanzen finden Sie im Text, warum Hanf und Tabak zu mischen ein schlechter Plan ist.
Das Weglassen von Tabak macht Hanf jedoch nicht neutral bezüglich der Abhängigkeit. In einer Metaanalyse von 21 Studien hatten 22% der Hanfkonsumenten eine Störung des Hanfkonsums, 13% waren abhängig. Bei jungen Personen, die wöchentlich oder täglich konsumierten, lag das Abhängigkeitsrisiko bei 33% (Leung et al., Addictive Behaviors, 2020).
Was passiert mit der Pflanze beim Anzünden?
Sie zersetzt sich, und aus dem Zerfall entstehen Verbindungen, die im trockenen Blatt nicht vorhanden waren. In einem Labortest einer Kräuterzigarette aus Beifuß ohne Tabak wurden 12,3 mg Kohlenmonoxid pro Stück gemessen (Bak et al., 2015). Ein Review zu Kräuterzigaretten nennt unter den toxischen Verbrennungsprodukten auch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (Abdel Rahman et al., ACS Omega, 2022).
Nikotin verursacht die Abhängigkeit und erhöht laut WHO auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es ist jedoch nicht für Kohlenmonoxid verantwortlich. Das Entfernen von Nikotin aus dem Joint streicht also nur einen Schadstoff von der Liste, nicht die ganze Liste. Kohlenmonoxid aus Minzblättern unterscheidet sich nicht von dem aus Tabak, da es dasselbe Gas ist, das bei der Verbrennung entsteht.
Eine Änderung der Joint-Zusammensetzung kann auch das Rauchverhalten verändern. Nelkenzigaretten enthalten Tabak, und Raucher bewerteten sie als schmackhafter als ihre eigene Marke. Beim maschinellen Rauchen gaben sie mehr Nikotin, Kohlenmonoxid und Teerstoffe ab als gewöhnliche Zigaretten. Zehn Raucher rauchten sie länger und zogen öfter daran: 549 Sekunden und 15,1 Züge gegenüber 314 Sekunden und 9,4 Zügen bei der eigenen Marke (Malson et al., Pharmacology Biochemistry and Behavior, 2003).
Der Füllstoff einer Nelkenzigarette enthielt durchschnittlich 7,4 mg Nikotin gegenüber 13,0 mg in einer normalen, doch die Nikotinkonzentration im Blut nach dem Rauchen war fast gleich: 17,4 gegenüber 17,6 ng/ml. Aus den veröffentlichten Daten lässt sich nicht trennen, wie viel davon auf das längere Rauchen und wie viel auf die Zigaretten selbst zurückzuführen ist, die beim maschinellen Rauchen mehr Nikotin abgaben.
Ist das beim Joint mit Kräutern genauso? Wir fanden keine Studie, die das überprüft. Das Beispiel der Nelken zeigt nur, dass schmackhafterer Rauch nicht weniger Exposition bedeuten muss.
Ist der Rauch von Kräutern weniger schädlich als Tabakrauch?
Es gibt keinen Beleg dafür. Im Test von Bak et al. hatten Kräuter- und Tabakzigarette denselben angegebenen Teergehalt von 5,5 mg. Der Kräuterrauch enthielt kein nachweisbares Nikotin, aber doppelt so viel Kohlenmonoxid, 12,3 gegenüber 6,1 mg pro Stück, und mehr Benzo(a)pyren (Bak et al., Toxicological Research, 2015).
Das Team rauchte beide Produkte maschinell unter ISO-Normbedingungen. Ähnlich viel Kohlenmonoxid, 12,5 mg, ergab die Referenzzigarette, für die das Zertifikat 9,5 mg Teer angibt. Der doppelte Unterschied bezieht sich also auf den Vergleich mit einer Zigarette mit niedrigem Teergehalt. Die Kräuterzigarette bestand aus Beifuß, und die gemessene Teermenge betrug 7,45 mg gegenüber 6,02 mg beim Tabak, also mehr als auf dem Etikett angegeben. Im Kräuterrauch waren auch mehr Hydrochinon, Resorcinol und Katechol, aber weniger Kresol.
Das Bild ist dabei nicht einseitig. Aromatische Amine wie 1-Aminonaphthalin oder 3-Aminobiphenyl waren im Kräuterrauch weniger vorhanden. Die Kondensate beider Raucharten waren mutagen, und die Autoren bewerteten ihr Potenzial als ähnlich. Kräuterrauch ist also nicht einfach schlechter oder besser als Tabakrauch, sondern anders, und seine Sicherheit wurde nicht nachgewiesen.
Das Ergebnis gilt für ein Produkt, nicht für jede Mischung. Es ist unbekannt, wie Rauch von Königskerze oder Minze in Papers abschneiden würde. Laut Review von Abdel Rahman et al. können einige Kräuterräuche auch Stoffwechselstörungen fördern. Mehr dazu im Text, ob Kräuterzigaretten wirklich sicher sind.
Schadet auch reines Hanfmaterial der Lunge?
Daten deuten darauf hin. In einer neuseeländischen klinisch-kontrollierten Studie mit 79 Lungenkrebspatienten und 324 Kontrollpersonen stieg das Risiko um 8% (95% CI 2-15) pro Joint-Jahr Hanfkonsum. Das Ergebnis berücksichtigte Zigarettenrauchen, und die Studie betraf Erwachsene bis 55 Jahre (Aldington et al., European Respiratory Journal, 2008).
Ein Joint-Jahr entspricht einem Joint täglich über ein Jahr. In der Gruppe mit der höchsten Exposition betrug das relative Risiko 5,7, aber das Konfidenzintervall reichte von 1,5 bis 21,6, sodass die Stichprobe zu klein für eine genaue Zahl war. Die Autoren vergleichen beide Maße: Jede Packungsjahr, also 20 Zigaretten täglich über ein Jahr, erhöhte das Risiko um 7% (95% CI 5-9), ähnlich wie ein Joint-Jahr Hanf.
Die Autoren nennen auch zwei Umstände. Eine große klinisch-kontrollierte Studie aus Kalifornien fand keinen Zusammenhang zwischen Hanf und Lungenkrebs. In Neuseeland wird Hanf selten mit Tabak im Joint gemischt, was den Befund für reines Hanfmaterial stärkt, aber nicht beweist.
Die Mechanik erklärt eine ältere Studie mit 15 Männern, die seit Jahren sowohl Hanf als auch Tabak rauchten. Bei ähnlicher Materialmenge ergab der Joint mit Hanf fast fünffach höheren Anstieg von Carboxyhämoglobin, also Hämoglobin gebunden an Kohlenmonoxid, und etwa dreimal mehr eingeatmeten Teer als eine Filterzigarette. Von dem eingeatmeten Teer blieb ein Drittel mehr in den Atemwegen zurück (Wu et al., New England Journal of Medicine, 1988).
Die Probanden zogen dabei zwei Drittel mehr Züge und hielten den Atem viermal länger an. In dieser Studie gingen größere Züge und längeres Anhalten mit mehr Teer in den Atemwegen einher. Ob das beim Joint mit Kräutern genauso ist, wurde nicht gemessen.
Welche Kräuter kommen statt Tabak in Mischungen?
In Hausmischungen finden sich zum Beispiel Königskerze, Himbeerblätter, Minze, Kamille, Melisse, Lavendel oder Hopfen, obwohl wir keine Studie fanden, die die Häufigkeit des Konsums bei Rauchern erfasst. Ein Review zu Kräuterzigaretten nennt sechs Pflanzen als Hauptbestandteile solcher Produkte: Damiana, Nelke, Pfefferminze, Huflattich, Lavendel und Beifuß (Abdel Rahman et al., 2022).
Unten listen wir zehn Pflanzen auf: worauf laut Quellen dieses Textes zu achten ist, und für sieben auch EMA-Befunde. Die Temperaturbereiche stammen aus unserem Leitfaden zum Vaporisieren von Kräutern. Es sind Werte aus Geräteanleitungen, keine Messungen.
| Kraut | Traditionelle Anwendung laut EMA (hauptsächlich Aufguss und orale Präparate) | Worauf in der Mischung achten | Vaporisation, Praxisbereich |
|---|---|---|---|
| Königskerze (Verbascum thapsus) | Blüte: Halsschmerzen bei trockenem Husten und Erkältung | Schleimstoffe und Saponine gehen wahrscheinlich nicht in den Rauch über | nicht angegeben |
| Himbeerblätter (Rubus idaeus) | Leichte Menstruationskrämpfe, milde Entzündung der Mund- oder Rachenschleimhaut, milde Diarrhö; nur Erwachsene | Keine Daten zum Rauch gefunden | nicht angegeben |
| Kamille (Matricaria chamomilla) | Leichte Verdauungsbeschwerden, Erkältungssymptome, Entzündungen der Mundhöhle; auch Dampfinhalation | Bei Allergie gegen Korbblütler kontraindiziert | 125-150 Grad |
| Melisse (Melissa officinalis) | Leichte Stresssymptome, Einschlafhilfe, milde Verdauungsbeschwerden | Keine Daten zum Rauch gefunden | 140-160 Grad |
| Pfefferminze (Mentha x piperita) | Verdauungsstörungen und Blähungen | Bei oraler Anwendung kann sie Reflux und Sodbrennen verstärken; Menthol kann die Schärfe des Rauchs maskieren | 150-170 Grad |
| Lavendel (Lavandula angustifolia) | Öl: leichte Stress- und Erschöpfungssymptome, Einschlafhilfe | Studien zum Öl waren zu klein; keine Daten zum Rauch | 130-150 Grad |
| Hopfen (Humulus lupulus) | Leichte psychische Stresssymptome, Einschlafhilfe | Bei oraler Anwendung keine Nebenwirkungen gemeldet; keine Daten zum Rauch | nicht angegeben |
| Damiana (Turnera diffusa) | Nicht in geprüften EMA-Monographien | Ihr Flavon hemmt in vitro das Enzym MAO-B; in der Gattung Turnera wurden cyanogene Glykoside beschrieben | nicht angegeben |
| Giftiger Salat (Lactuca virosa) | Nicht in geprüften EMA-Monographien | Studie an Mäusen und acht Vergiftungen beim Menschen nach Verzehr (Besharat et al., 2009) | nicht angegeben |
| Hibiskus und Wildrose | Nicht in geprüften EMA-Monographien | Keine Daten zum Rauch gefunden | nicht angegeben |
Ist ein mildes Kraut im Tee auch im Rauch mild?
Das ist unbekannt. Die Europäische Arzneimittel-Agentur erkannte die traditionelle Anwendung von Melisse und Hopfen in Aufgüssen und oralen Präparaten an, bei Kamille auch zum Gurgeln, für Haut und Dampfinhalation. Grundlage waren mindestens 30 Jahre sicherer Anwendung, davon 15 Jahre in der EU, bei fehlenden ausreichenden klinischen Studien (EMA, Monographie Melisse).
Wir haben die EMA-Monographien für sieben Kräuter aus der Tabelle geprüft. Sechs nennen Anwendungsformen: Aufguss zum Trinken, orale Präparate, Mundspülungen, Bäder, Anwendung auf der Haut, bei Kamille auch Dampfinhalation. Die Monographie für Königskerze nennt keine Formen. Keine bezieht sich auf Rauch, daher überträgt sich die Milde im Tee nicht auf den Rauch.
Selbst wo klinische Studien existieren, geht die Agentur vorsichtig damit um. Beim Lavendelöl erkannte sie eine mögliche Wirkung auf Angst und Schlaflosigkeit an, aber die Studien umfassten zu wenige Patienten, um dies zu bestätigen (EMA, Monographie Lavendelöl).
Dieses Problem zeigt sich gut bei der Königskerze. Ihre Schleimstoffe und Saponine, denen eine milde Wirkung zugeschrieben wird, sind makromolekulare und polare Verbindungen. Der Review zu Kräuterzigaretten schreibt, dass ihr Übergang in den Rauch unwahrscheinlich ist, sodass das beim Verbrennen des Blattes Entstehende von anderen Bestandteilen stammt (Abdel Rahman et al., 2022).
Bei Minze könnte es anders sein. Derselbe Review nennt Menthol als möglichen Maskierer der Schärfe des Rauchs und zur Geschmacksverbesserung, allerdings ist das eine Vermutung, keine Messung. Der Review verweist auch auf eine Studie zu Mentholzigaretten, in der Menthol mit größeren Zügen oder tieferem Einatmen verbunden wurde, aber für Minze im Joint wurde das nicht geprüft. Bedeutet das, dass die Kräuter aus der Tabelle im Rauch gefährlich sind? Das ist ebenfalls unbekannt. Bekannt ist nur, dass Milde im Aufguss keine Milde im Rauch beweist.
Was ist über Damiana und giftigen Salat bekannt?
Wenig, und das meiste stammt aus dem Labor. Aus Damiana wurde ein Flavon isoliert, das in vitro das Enzym MAO-B bei einem IC50 von 198 nM hemmte (Chaurasiya et al., Molecules, 2019). Das ist ein Ergebnis am isolierten Enzym, und derselbe Flavon kommt in vielen Pflanzen und Gemüsen vor.
Dieses Ergebnis sagt nicht, was im Körper eines Rauchers passiert, rechtfertigt aber Vorsicht bei Personen, die Medikamente für das Nervensystem einnehmen. In der Gattung Turnera wurden auch sieben cyanogene Glykoside beschrieben, wobei der Review die ganze Gattung, nicht nur Damiana, betrifft (Szewczyk und Zidorn, Journal of Ethnopharmacology, 2014).
Giftiger Salat (Lactuca virosa), auch als giftiger Kopfsalat bezeichnet, gilt als Schlafmittel, aber der Beleg stammt aus einer Studie an Mäusen. Laktucin und Laktukopikrin wirkten schmerzlindernd in Dosen von 15 und 30 mg/kg und in einem Bewegungstest auch beruhigend (Wesołowska et al., Journal of Ethnopharmacology, 2006).
Die Tiere erhielten isolierte Verbindungen, keinen Rauch. Wir fanden keine Arbeit, die untersucht, wie viel dieser Laktone das Verbrennen des Blattes übersteht. Dieselben Verbindungen kommen auch in Chicorée vor, was das Ausmaß des Problems zeigt: Die Anwesenheit einer Substanz in der Pflanze sagt nichts über die Dosis aus, die mit dem Rauch in den Körper gelangt.
Welche Kräuter sollte man nicht in die Papers geben?
Vor allem Pflanzen aus der polnischen Liste der Betäubungsmittel. In Gruppe I-N ist Salvia divinorum unter Nr. 174, Calea zacatechichi unter Nr. 42 und Leonotis leonurus unter Nr. 114 gelistet, jeweils als „lebende Pflanzen oder getrocknetes Material, Samen, Extrakte und Auszüge“ (Verordnung des Gesundheitsministers, konsolidierte Fassung Dz.U. 2024 Pos. 1139 mit Änderungen).
Salvinorin A aus Salvia divinorum steht separat in Gruppe II-P unter Nr. 35 und wirkt am Kappa-Opioid-Rezeptor (Chavkin et al., 2004). Die Verordnung wurde 2025 und 2026 geändert, aber keine Änderung betrifft diese Positionen. Der Name einer dieser Pflanzen in der Mischungsbeschreibung ist ein ausreichender Grund, sie nicht zu kaufen.
Die zweite Gruppe sind Pflanzen mit Pyrrolizidinalkaloiden, zum Beispiel Huflattich und Beinwell. Diese Alkaloide schädigen die Leber, und einige sind genotoxisch (Moreira et al., International Journal of Molecular Sciences, 2018). Das CONTAM-Panel der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit erkannte ihre Anwesenheit in Lebensmitteln als mögliches Risiko an, besonders für Personen, die häufig Kräutertees trinken (EFSA, 2017). Die Daten beziehen sich auf Essen und Trinken; wie viel Alkaloide in den Rauch übergehen, ist unbekannt.
Huflattich wurde jahrelang in Kräutermischungen zum Rauchen verwendet. Seine schützenden Bestandteile sind nicht flüchtig, daher gehen sie wahrscheinlich nicht in den Rauch über. Flüchtig ist jedoch Tussilagon, den der Review zu Kräuterzigaretten als starken Stimulans für Atmung und Herz beschreibt (Abdel Rahman et al., 2022).
Lobelia inflata wurde in Anti-Nikotin-Mischungen verwendet, da ihr Lobelin die Nikotinrezeptoren teilweise stimuliert. Derselbe Review beschreibt Lobelin als Atemstimulans und erwähnt, dass Lobelia nicht mehr verwendet wird (Abdel Rahman et al., 2022). Ein Cochrane-Review fand keine Studien mit mindestens sechsmonatiger Beobachtung, und eine große Studie zeigte nicht einmal kurzfristig Vorteile (Stead und Hughes, Cochrane, 2012).
Interagieren Kräuter aus fertigen Mischungen mit Medikamenten?
Johanniskraut ja, zumindest in oralen Präparaten mit Hyperforin-Dosis über 1 mg täglich. Die EU-Monographie hält die Kombination unter anderem mit kumarinhaltigen Antikoagulantien, Cyclosporin, Tacrolimus und Proteaseinhibitoren für kontraindiziert. Sie warnt auch, dass es die Konzentration hormoneller Verhütungsmittel senken kann (EMA, Monographie Johanniskraut EMA/HMPC/7695/2021, Revision 1).
Wie viel Hyperforin mit dem Rauch aufgenommen wird, ist unbekannt. Wenn die Zusammensetzung einer fertigen Mischung Johanniskraut nennt und Sie eines dieser Medikamente einnehmen, meiden Sie sie oder fragen Sie zuerst einen Arzt.
Die übrigen Kräuter aus der Tabelle haben in den EMA-Monographien kurze Risikolisten. Für Melisse, Hopfen und Himbeerblätter wurden bei oraler Anwendung keine Nebenwirkungen gemeldet. Minze kann Reflux und Sodbrennen verstärken, und Kamille sollten Personen mit Korbblütlerallergie meiden (EMA, Monographie Kamille). Für den Rauch gibt es keine solchen Listen.
Damiana erfordert wegen der oben beschriebenen MAO-B-Hemmung Vorsicht. Eine vollständige Liste der Pflanzen, die man nicht miteinander oder mit Medikamenten kombinieren sollte, führen wir in der Tabelle Welche Kräuter nicht kombinieren - Interaktionen und Kontraindikationen.
Wie wählt man das Verhältnis von Kraut zu Hanfmaterial?
Niemand hat Verhältnisse gemessen, die sicherer wären. Der Gehalt an Wirkstoff ändert hier wenig: In einer Studie mit 15 Männern hing die Menge des eingeatmeten Teers nur geringfügig vom THC-Gehalt ab, der 0,004% oder 1,24% betrug (Wu et al., 1988).
Weniger Hanf im Joint bedeutet also nicht weniger Rauch in der Lunge, wenn der Joint gleich schwer ist und gleich geraucht wird. Wie Verhältnisse den Rauch verändern, hat niemand geprüft, und aus dem Test von Bak et al. weiß man, dass der Rauch verschiedener Pflanzen unterschiedlich zusammengesetzt ist.
Die Zusammensetzung lässt sich am einfachsten kontrollieren, wenn sie einfach ist. Eine Basis mit mildem Geschmack und höchstens ein oder zwei Zusätze erlauben es, den reizenden oder allergenen Bestandteil zu identifizieren. Bei fünf Kräutern gleichzeitig erhält man keine solche Antwort, und eine Person mit Korbblütlerallergie weiß nicht, ob sie auf Kamille oder etwas anderes reagiert hat.
Fügen Sie der Mischung nichts hinzu, dessen Herkunft und Zusammensetzung Sie nicht kennen, und kaufen Sie keine Kräuter ohne vollständige Zutatenliste. Das ist eine Vorsichtsregel, kein Studienergebnis: Keine der in diesem Text zitierten Arbeiten verglich Kräuter- und Hanfverhältnisse.
Ist Vaporisieren besser als ein Joint mit Kräutern?
Vorliegende Daten deuten darauf hin. In einer Umfrage mit 6.883 Personen hatten diejenigen, die hauptsächlich Hanf vaporisierten, eine Odds Ratio von 0,40 für Atemwegssymptome wie Husten, Schleim und Brustenge gegenüber Rauchern. Das Ergebnis berücksichtigte Alter, Geschlecht, Zigarettenzahl und Hanfmenge (Earleywine und Barnwell, Harm Reduction Journal, 2007).
In einem einfacheren Vergleich gaben 65,8% der Vaporisierer und 56,0% der anderen keine Atemwegssymptome an. Die Zahlen haben jedoch Einschränkungen. Nur 152 Personen (2,2%) gaben Vaporisieren als Hauptmethode an. Die Daten sind selbstberichtend, und die Umfrage wurde von Organisationen verschickt, die sich für eine Änderung des Betäubungsmittelrechts einsetzen.
Daher ist die zweite Quelle wichtig. In einer klinischen Studie mit 18 Freiwilligen war bei vergleichbarer Wirkstoffkonzentration im Blut der Kohlenmonoxidspiegel in der Ausatemluft nach Vaporisieren niedriger als nach Rauchen (Abrams et al., Clinical Pharmacology and Therapeutics, 2007). Die Autoren gaben keinen Prozentsatz an, daher stammen die in Produktbeschreibungen kursierenden Zahlen zur Reduktion von Teerstoffen um mehrere Dutzend Prozent nicht aus dieser Arbeit.
Beide Studien betrafen Hanf, nicht aromatische Kräuter, und für Minze oder Melisse fanden wir keinen ähnlichen Vergleich am Menschen. Die Temperaturbereiche für Kräuter geben wir in der obigen Tabelle an. Geräte mit Temperaturregelung finden Sie in der Kategorie Vaporizer, und Zubehör zum Zerkleinern der Kräuter vor dem Einlegen in die Kammer in der Kategorie Mühlen.
Vaporisieren ist jedoch nicht neutral für die Lunge. Es ist weiterhin das Einatmen eines heißen Aerosols, und beide genannten Studien waren kurz oder Umfragen. Es schneidet besser ab als Rauch, aber nicht so gut wie Nicht-Rauchen.
Hilft eine Kräutermischung beim Nikotinentzug?
Nein, da sie kein Nikotin enthält und das Verlangen nicht lindert. Hilfreich ist die Nikotinersatztherapie. In einer Cochrane-Übersicht mit 133 Studien an 64.640 Personen erhöhte sie die Chance auf dauerhaftes Aufhören um 50-60%, relatives Risiko 1,55 (95% CI 1,49-1,61), bei hoher Beweislage (Hartmann-Boyce et al., Cochrane, 2018).
Nikotinersatzpräparate sind nicht ohne Nebenwirkungen. In derselben Übersicht betrug die Odds Ratio für Brustschmerzen oder Herzklopfen 1,88 (95% CI 1,37-2,57), obwohl diese Symptome in beiden Gruppen selten waren und schwere Ereignisse extrem selten. Die WHO ergänzt, dass Beratung zusammen mit Medikamenten die Chancen mehr als verdoppeln kann (WHO, 2026).
Die am häufigsten verwendeten Formen schnitten ähnlich ab. In der Cochrane-Übersicht betrug das relative Risiko für Aufhören 1,49 für Kaugummi, 1,64 für Pflaster und 1,52 für Tabletten oder Lutschtabletten. Für Inhalatoren waren es 1,90 und für Nasenspray 2,02, aber diese beiden Formen wurden nur in jeweils vier Studien geprüft, sodass ihr Vorteil weniger sicher ist.
Die folgende Tabelle ordnet vier Wege nach zwei Fragen: Enthält Nikotin und findet Verbrennung statt.
| Weg | Nikotin | Verbrennung | Gemessenes |
|---|---|---|---|
| Spliff mit Tabak | Ja | Ja | Tabak tötet jährlich über 7 Millionen Menschen (WHO) |
| Joint mit Kräutern statt Tabak | Nein | Ja | Kräuterzigarette ergab doppelt so viel Kohlenmonoxid wie Tabakzigarette mit gleichem Teergehalt (Bak et al.) |
| Vaporisieren | Nein | Nein | Odds Ratio für Atemwegssymptome 0,40 in Umfrage; niedriger Kohlenmonoxidspiegel bei 18 Freiwilligen |
| Nikotinersatztherapie | Ja, dosiert | Nein | Relatives Risiko für Aufhören 1,55 in 133 Studien |
Wenn Sie täglich Spliffs rauchen, können Tage ohne Tabak Nikotinverlangen auslösen. Das ist ein guter Moment, mit Arzt oder Apotheker über Nikotinersatztherapie zu sprechen, statt ein Kraut zu suchen, das Nikotin ersetzen soll. Kein Kraut aus diesem Text tut das.
Worauf achten bei fertigen Kräutermischungen zum Rauchen?
Auf das Etikett, denn das Gesetz schreibt vor, was darauf stehen muss. Ein Kräuterprodukt zum Rauchen ist nach polnischem Recht ein Produkt auf Basis von Pflanzen, Kräutern oder Früchten, ohne Tabak, das durch Verbrennen konsumiert wird. Die Verpackung muss die Warnung „Das Rauchen dieses Produkts schädigt Ihre Gesundheit“ auf 30% der Fläche tragen (Art. 2 Nr. 50 und Art. 9e Tabakgesetz, konsolidierte Fassung Dz.U. 2024 Pos. 1162 mit Änderungen).
Aus den Vorschriften lässt sich eine einfache Checkliste ableiten. Die Warnung muss auf der Vorder- und Rückseite der Verpackung sein. Die Verpackung darf nicht suggerieren, dass das Produkt weniger schädlich ist oder natürliche, biologische oder heilende Eigenschaften hat, und darf nicht wie Lebensmittel oder Arzneimittel aussehen. Es darf auch nicht angegeben werden, dass das Produkt keine Zusatzstoffe oder Aromastoffe enthält (Art. 9e Abs. 5 i.V.m. Art. 8 Abs. 4 Nr. 1, 2 und 4). Hersteller oder Importeur müssen mindestens 6 Monate vor Inverkehrbringen dem Präsidenten des Büros für Chemikalien eine Liste der Inhaltsstoffe mit Mengenangaben übermitteln, die Informationen werden unter Berücksichtigung des Geschäftsgeheimnisses im öffentlichen Informationsbulletin veröffentlicht (Art. 11h).
Eine Mischung zum Rauchen, deren Verpackung Natürlichkeit oder Zusatzstofffreiheit preist, verstößt gegen diese Vorschriften oder wird als etwas anderes als ein Rauchprodukt verkauft, zum Beispiel als Tee. In beiden Fällen ist das ein Warnsignal. Ein weiteres Warnsignal ist die Versprechung einer Wirkung: Das Gesetz gegen Drogenmissbrauch verbietet Werbung, die suggeriert, dass Produkte wie Betäubungsmittel oder psychotrope Substanzen wirken (Art. 20 Abs. 3, konsolidierte Fassung Dz.U. 2023 Pos. 1939).
Die Versprechung einer Wirkung auf der Verpackung ist oft ein Zeichen für etwas Schlimmeres als ein schlechtes Etikett. Synthetische Cannabinoide wurden in Kräuterprodukten unter Namen wie Spice und K2 verkauft. In Labor- und Tierversuchen wirkten sie 2 bis 100 Mal stärker als THC, und beim Menschen wurden unter anderem Tachykardie und Psychosen beschrieben (Castaneto et al., Drug and Alcohol Dependence, 2014). Der Review erwähnt auch, dass die Langzeitfolgen dieser Substanzen unbekannt sind.
Wer sollte auf das Rauchen von Kräutermischungen verzichten?
Vor allem Personen mit geschwächtem Immunsystem. In US-Versicherungsdaten von 2016 hatten 0,08% der Hanfkonsumenten eine Pilzinfektion gegenüber 0,03% der anderen. Nach Berücksichtigung von Alter und Immunstatus war die Chance 3,5-fach höher (Benedict et al., Emerging Infectious Diseases, 2020).
Die Autoren erinnern daran, dass Hanf pathogene Pilze enthalten kann, die besonders für Personen mit geschwächtem Immunsystem gefährlich sind. Die Daten stammen aus Diagnoseschlüsseln, zeigen also einen Zusammenhang, nicht die Infektionsquelle, und beziehen sich auf Hanf. Für Kräuter fanden wir keine vergleichbare Messung. Rohmaterial mit sichtbarem Schimmel sollte weder geraucht noch vaporisiert werden.
Die zweite Gruppe sind Personen mit Korbblütlerallergie. Die EMA-Monographie für Kamille schließt deren Anwendung bei Allergikern aus und beschreibt allergische Reaktionen, teils schwerwiegend, nach Kontakt flüssiger Präparate mit der Mundschleimhaut.
Vorsicht gilt auch für Personen mit Dauermedikation, wie oben bei Johanniskraut und Damiana beschrieben. Schwangeren, Stillenden und Asthmatikern wird vom Rauchen jeglicher Substanz abgeraten. Wir fanden keine Studie, die die Sicherheit von Kräuterrauch belegt, und fehlende Daten sind kein Beweis für Sicherheit.
Junges Alter ist ein weiterer Grund zur Vorsicht. Das Abhängigkeitsrisiko von Hanf war in der oben genannten Metaanalyse bei jungen regelmäßigen Konsumenten deutlich höher, sodass der Austausch von Tabak gegen Kräuter das Problem häufigen Konsums nicht löst.
Was sagt das polnische Recht zu Hanf und Kräutern zum Rauchen?
Hanfpflanzen mit einer Summe von Delta-9-THC und THCA über 0,3% sind in Polen Betäubungsmittel. Ihr Besitz ist strafbar mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren (Art. 4 Nr. 37 und Art. 62 Abs. 1, konsolidierte Fassung Dz.U. 2023 Pos. 1939). Eine Änderung der Beimischung im Joint ändert daran nichts.
Die Strafe hängt von den Umständen ab. Bei erheblichen Mengen beträgt sie 1 bis 10 Jahre, bei geringerer Menge Geldstrafe, Freiheitsbeschränkung oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr (Art. 62 Abs. 2 und 3). Bei geringfügiger Menge zum Eigengebrauch kann das Verfahren eingestellt werden, wenn eine Bestrafung wegen der Umstände und der gesellschaftlichen Schädlichkeit des Tatbestands nicht zweckmäßig wäre (Art. 62a). Das ist eine Möglichkeit, keine Regel.
Für die Grenze zählt die Summe von Delta-9-THC und THCA, gerundet auf eine Nachkommastelle (Art. 4 Nr. 37). Das Laborergebnis, das nur Delta-9-THC angibt, beantwortet also eine andere Frage als das Gesetz. Hanf kann auch legal als Rohstoff für Rezepturarzneimittel in Apotheken verwendet werden (Art. 33a).
Faserhanf, bei dem die Summe 0,3% nicht überschreitet, und Kräuter außerhalb der Liste sind keine Betäubungsmittel im Sinne des Gesetzes. Eine zum Rauchen verkaufte Mischung unterliegt jedoch dem Tabakgesetz, das Kräuterrauchprodukte als mit Tabakprodukten verbunden einstuft (Art. 2 Nr. 21 in der Fassung von Dz.U. 2025 Pos. 799). Die Zulassung der Mischung zum Verkauf ist keine Bewertung der Sicherheit ihres Rauchs.
Das Gesetz gegen Drogenmissbrauch verbietet auch Werbung und Promotion von Betäubungsmitteln und psychotropen Substanzen, bei Verstoß droht bis zu ein Jahr Freiheitsstrafe (Art. 20 Abs. 1 und Art. 68). Daher beschreibt dieser Text Risiken und Belege, nicht wie man die Wirkung des Joints verstärkt oder wo man Material bekommt.
Was bedeutet das praktisch?
Das Weglassen von Tabak im Joint entfernt Nikotin und tabakspezifische Nitrosamine, aber nicht den Rauch. Im Test einer Kräuterzigarette hatte der Rauch doppelt so viel Kohlenmonoxid wie eine Tabakzigarette mit gleichem Teergehalt (Bak et al., 2015), und reines Hanfmaterial war mit einem um 8% erhöhten Risiko für Lungenkrebs pro Joint-Jahr verbunden (Aldington et al., 2008).
Wenn Sie beim Joint bleiben, wählen Sie einfache Mischungen aus Kräutern, von denen Sie wissen, dass Sie nicht allergisch sind, und meiden Sie Pflanzen aus der Liste sowie solche mit Pyrrolizidinalkaloiden. Bei Dauermedikation prüfen Sie, ob Johanniskraut oder Damiana enthalten sind. Vaporisieren verändert mehr als jede Beimischung, und bei Nikotinabhängigkeit hilft Nikotinersatztherapie, nicht ein Kraut.
Jede Verbrennungssitzung bedeutet eine weitere Portion Kohlenmonoxid, unabhängig von der Zusammensetzung. Selteneres Rauchen bedeutet weniger Rauch, und in der Studie von Aldington et al. stieg das Risiko mit der Anzahl der Joint-Jahre. Wenn Sie bemerken, dass Sie immer öfter rauchen, sprechen Sie mit einem Arzt: Laut der Metaanalyse von Leung et al. betrifft eine Störung des Hanfkonsums mehr als eine von fünf Personen, die Hanf konsumieren.
Häufig gestellte Fragen
Was kann man statt Tabak im Joint rauchen?
In Mischungen kommen zum Beispiel milde Kräuter wie Königskerze, Himbeerblätter, Minze, Kamille oder Melisse. Ein solcher Austausch entfernt Nikotin, aber nicht den Rauch. In einem Labortest ergab eine Kräuterzigarette aus Beifuß mehr Benzo(a)pyren und doppelt so viel Kohlenmonoxid wie eine Tabakzigarette mit gleichem angegebenem Teergehalt (Bak et al., 2015).
Ist das Rauchen von Kräutern statt Tabak gesünder?
Nur teilweise. Nikotin, das von der WHO als stark abhängig machend beschrieben wird, sowie tabakspezifische Nitrosamine verschwinden. Der Rauch bleibt, und das Hanfmaterial war in einer klinisch-kontrollierten Studie mit einem um 8% erhöhten Risiko für Lungenkrebs pro Joint-Jahr verbunden (Aldington et al., 2008).
Welche Kräuter sollte man nicht in den Joint geben?
Pflanzen aus der Liste der Betäubungsmittel, wie Salvia divinorum (Nr. 174), Calea zacatechichi (Nr. 42) oder Leonotis leonurus (Nr. 114). Ebenfalls ungeeignet sind Pflanzen mit Pyrrolizidinalkaloiden wie Huflattich und Beinwell sowie Lobelia, deren Lobelin die Atmung stimuliert. Bei Dauermedikation sollte man Johanniskraut meiden.
Ist ein Vaporizer besser als ein Joint mit Kräutern?
Vorliegende Daten deuten darauf hin. In einer Umfrage hatten 6.883 Personen, die vaporisierten, gegenüber Rauchern eine Odds Ratio von 0,40 für Atemwegssymptome, obwohl nur 152 vaporisierten. In einer Studie mit 18 Freiwilligen war der Kohlenmonoxidspiegel in der Ausatemluft nach dem Vaporisieren niedriger als nach dem Rauchen (Abrams et al., 2007).
Machen Hanfprodukte ohne Tabak auch abhängig?
Ja. In einer Metaanalyse von 21 Studien hatten 22% der Hanfkonsumenten eine Störung des Hanfkonsums, 13% waren abhängig. Bei jungen Personen, die wöchentlich oder täglich konsumierten, lag das Abhängigkeitsrisiko bei 33% (Leung et al., 2020). Diese Daten beziehen sich auf Hanfkonsum allgemein, nicht nur auf Joints mit Tabak.
Hilft eine Kräutermischung beim Aufhören mit dem Rauchen?
Nein, da sie kein Nikotin enthält und das Nikotinverlangen nicht lindert. Effektiv ist die Nikotinersatztherapie: In einer Cochrane-Übersicht mit 133 Studien an 64.640 Personen erhöhte sie die Chance auf dauerhaftes Aufhören um 50-60%, relatives Risiko 1,55. Beratung zusammen mit Medikamenten kann laut WHO die Chancen mehr als verdoppeln.
Welche Warnhinweise muss eine Kräutermischung zum Rauchen tragen?
Die Verpackung eines Kräuterprodukts zum Rauchen muss die Warnung „Das Rauchen dieses Produkts schädigt Ihre Gesundheit“ auf 30% der Fläche tragen. Sie darf keine geringere Schädlichkeit oder natürliche bzw. heilende Eigenschaften suggerieren und nicht angeben, dass das Produkt keine Zusatzstoffe enthält (Art. 9e Tabakgesetz, konsolidierte Fassung Dz.U. 2024 Pos. 1162 mit Änderungen).
Ist Damiana in der Mischung sicher?
Dafür gibt es keine Belege. Ein Flavon aus Damiana hemmte in vitro das Enzym MAO-B bei einem IC50 von 198 nM (Chaurasiya et al., 2019), und in der Gattung Turnera wurden sieben cyanogene Glykoside beschrieben. Das sind Laborergebnisse, die bei Medikamenten, die auf das Nervensystem wirken, Vorsicht rechtfertigen.
Der Artikel dient der Information und Bildung und ersetzt keine ärztliche Beratung. Wenn Sie schwanger sind, stillen, Medikamente einnehmen oder chronische Erkrankungen haben, konsultieren Sie vor der Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln oder Kräutern einen Facharzt.
Autor: Michał Waluk · Veröffentlicht: 2026-05-11 · Aktualisiert: 2026-09-17







