Hausgemachte Pizza mit Hanfmehl – dünner Teig

Hausgemachte Pizza mit Hanfmehl – dünner Teig Schritt für Schritt. Hanfmehl senkt den glykämischen Index des Teigs und fügt Protein hinzu. Rezept für glutenfreie Hanfpizza mit Nährwertangaben.

Pizza mit Hanfmehl ist kein geschmacklicher Kompromiss für Diätetiker – es ist eine authentische, knusprige Pizza mit dünnem Teig, der einen tieferen, komplexeren Geschmack hat als der klassische Weizenboden. Hanfmehl bringt eine nussige Note, einen niedrigen glykämischen Index und dreimal so viel Protein wie Weizenmehl mit sich. Der Teig ist anders in der Zubereitung: man wirft ihn nicht in die Luft, man dehnt ihn nicht mit den Händen – man rollt ihn geduldig auf einer bemehlten Fläche aus. Aber das Endergebnis – eine goldene, knusprige Pizza mit einem grünlichen Teig – ist jede Minute wert. Ich werde dir Schritt für Schritt zeigen.

WICHTIGE INFORMATIONEN
• Hanfmehl enthält ca. 30% Protein und 28% Ballaststoffe – 3× mehr als Weizenmehl (Mattila et al., Journal of Food Composition and Analysis, 2018).
• Hanfmehl ist von Natur aus glutenfrei mit einem GI von unter 35 (Siano et al., Food Chemistry, 2019).
• In Pizzateig wird Hanfmehl in einem Verhältnis von ca. 35–40% zu anderen Mehlen verwendet – ein höherer Anteil verringert die Elastizität des Teigs.
• 100 g Hanfmehl liefern ca. 330 kcal, 30 g Protein, 11 g Fett und 28 g Ballaststoffe (USDA FoodData Central, 2023).

Was verändert Hanfmehl im Pizzateig?

Traditionell basiert Pizzateig auf dem Gluten-Netzwerk von Weizenmehl – das Gluten ist verantwortlich für die Elastizität, die Dehnbarkeit und die charakteristischen Luftblasen im Teig. Hanfmehl ist glutenfrei, was zu anderen mechanischen Eigenschaften des Teigs führt. Mattila et al. (Journal of Food Composition and Analysis, 2018) bestätigen, dass Hanfmehl ca. 30% Protein und 28% Ballaststoffe enthält – Werte, die dreimal über denen von Weizenmehl liegen. Ballaststoffe binden Wasser und helfen, die Struktur des Teigs auch ohne Gluten zu erhalten.

Der Geschmack ist ein überraschender Bonus. Hanfmehl hat einen nussigen, leicht erdigen Nachgeschmack, der in Kombination mit klassischer Tomatensauce, Basilikum und Mozzarella eine Tiefe schafft, die in einer Standard-Pizza Margherita nicht zu finden ist. Siano et al. (Food Chemistry, 2019) zeigen, dass der niedrige GI von Hanfmehl (unter 35) dazu führt, dass Hanfpizza den Blutzuckerspiegel langsamer anhebt als Pizza aus Weizenmehl – ein Unterschied, der mehrere Stunden nach der Mahlzeit spürbar ist.

Aus unserer Erfahrung ergibt sich, dass das Backen von Hanfpizza auf einem vorgeheizten Pizzastein oder einer umgedrehten, im Ofen 30 Minuten vorgeheizten Gusseisenplatte die besten Ergebnisse liefert. Der Teig kommt sofort mit intensiver Wärme in Kontakt und wird schneller knusprig als auf einem kalten Blech – ein Effekt, der mit einem Holzofen vergleichbar ist.

Nährwerte – was liefert diese Portion?

Ein Stück Pizza (1/4 Pizza 30 cm) mit Hanfteig, Tomatensauce und Mozzarella liefert ca. 290–320 kcal, 14 g Protein, 12 g Fett und 32 g Kohlenhydrate. Im Vergleich zur klassischen Weizenpizza: ähnliche Kalorienanzahl, aber ca. 2× mehr Protein und ca. 3× mehr Ballaststoffe pro Portion. Der glykämische Index der gesamten Pizza ist aufgrund des höheren Anteils an Protein und Ballaststoffen im Hanfteig niedriger.

Hanfpizza im Vergleich zu klassischer Weizenpizza – Protein- und Ballaststoffgehalt pro Stück (1/4 Pizza)Hanf-Pizza vs. klassische Pizza – Protein- und Ballaststoffgehalt pro Stück (1/4 Pizza)07121514 g8 gProtein5g1,5 gFaserHanfpizzaKlassische Pizza
Quelle: eigene Ausarbeitung basierend auf Mattila et al., 2018 i USDA FoodData Central.

Zutaten – was brauchst du?

Verhältnisse für 2 Pizzen (ca. 30 cm). Vorbereitungszeit: 15 Minuten. Gehzeit: 60 Minuten. Backzeit: 10–12 Minuten.

Teig:

  • 150 g Hanfmehl
  • 250 g Reis- oder Buchweizenmehl
  • 7 g Trockenhefe (oder 20 g frische Hefe)
  • 1 Teelöffel Zucker
  • 1 Teelöffel Salz
  • 3 Esslöffel Olivenöl
  • ca. 200 ml lauwarmes Wasser (35–38°C)

Sauce und Beläge:

  • 4–5 Esslöffel Tomatensauce oder Passata
  • 150 g geriebener Mozzarella
  • Lieblingsbeläge: Champignons, Oliven, Spinat, Parmaschinken
  • frisches Basilikum
  • optional: 1 Esslöffel Hanföl zum Beträufeln nach dem Backen

Wie bereitet man Pizza mit Hanfmehl zu – Schritt für Schritt?

Der Hanfteig für die Pizza benötigt 60 Minuten zum Gehen, daher ist es sinnvoll, im Voraus zu beginnen. Der gesamte Prozess des Knetens und Backens dauert aktiv etwa 30 Minuten.

Schritt 1. Aktiviere die Hefe. Mische die Hefe mit Zucker und 150 ml lauwarmem Wasser (35–38°C – zu warmes Wasser tötet die Hefe). Lass es 10 Minuten stehen. Aktive Hefe schäumt und bildet einen Schaum an der Oberfläche.

Schritt 2. Bereite den Teig vor. In einer großen Schüssel mische das Hanfmehl, Reis- und Salz. Füge die aktive Hefe, Olivenöl und das restliche Wasser hinzu. Knete mit den Händen für 8–10 Minuten – der Teig wird klebrig sein, sollte sich aber als einheitliche Masse von der Schüssel lösen. Wenn er zu dünn ist, füge 2 Esslöffel Reisemehl hinzu.

Schritt 3. Lass den Teig gehen. Fette die Teigkugel mit Olivenöl ein, lege sie in eine Schüssel und decke sie ab. Stelle sie an einen warmen Ort (neben dem Heizkörper, im leicht vorgeheizten Ofen bei 30°C) für 60 Minuten. Der Teig sollte fast sein Volumen verdoppeln.

Schritt 4. Forme die Pizza. Heize den Ofen auf Maximum (230–250°C) mit einem Blech in der Mitte vor. Teile den Teig in 2 Kugeln. Rolle jede auf einer bemehlten Fläche zu einem dünnen Kreis von ca. 30 cm aus. Übertrage sie auf ein mit Mehl bestäubtes Backpapier.

Schritt 5. Backen und vollenden. Bestreiche mit Tomatensauce, füge Mozzarella und deine gewählten Beläge hinzu. Nimm das heiße Blech aus dem Ofen, schiebe die Pizza auf das Blech (zusammen mit dem Papier). Backe 10–12 Minuten. Nach dem Herausnehmen mit Basilikum bestreuen und optional mit Hanföl beträufeln.

Tipps und Variationen

Pizza bianca. Anstelle von Tomatensauce bestreiche den Teig mit einer Mischung aus Mascarpone, Knoblauch und Rosmarin. Füge dünne Scheiben Zucchini oder Birne mit Gorgonzola-Käse hinzu. Der nussige Geschmack des Hanfteigs kontrastiert hervorragend mit der cremigen Sauce.

Pizza mit Rucola. Nach dem Backen der Margherita-Pizza lege eine Handvoll frischer Rucola und Parmesanflocken darauf. Beträufle mit Hanföl und Zitronensaft. Rucola verleiht der Pizza Frische und Leichtigkeit, während das Hanföl die Aromen verbindet.

Version ohne Hefe. Ersetze die Hefe durch 2 Teelöffel Backpulver und 1 Teelöffel Apfelessig. Der Teig geht nicht auf, eignet sich jedoch für dünne, knusprige Böden ähnlich wie Tortillas. Die Zubereitungszeit verkürzt sich auf 20 Minuten.

Sieh dir auch unser Rezept für Pierogi aus Hanfmehl mit Pilzfüllung – ein weiteres traditionelles Rezept mit Teig auf Hanfmehlbasis.

Häufig gestellte Fragen

Eignet sich Hanfmehl für Pizza?

Hanfmehl ist glutenfrei und weniger elastisch als Weizenmehl – wirf den Teig nicht in die Luft. In einem Verhältnis von 35–40% mit Reis- oder Buchweizenmehl ergibt es einen Teig, der sich gut ausrollen lässt. Es enthält ca. 30% Protein und einen glykämischen Index unter 35 (Siano et al., Food Chemistry, 2019), was das Nährstoffprofil im Vergleich zu Weizenpizza verbessert.

Wie lange sollte man Pizza mit Hanfmehl backen?

Pizza mit Hanfmehl wird bei 230–250°C für 10–12 Minuten gebacken. Der Hanfteig bräunt schneller aufgrund des höheren Proteingehalts und Fettgehalts (Mattila et al., 2018). Achte auf die Ränder – goldbraun und knusprig ist ein Zeichen der Bereitschaft.

Wie viele Kalorien hat Pizza mit Hanfmehl?

Ein Stück (1/4 Pizza) liefert ca. 290–320 kcal, 14 g Protein, 12 g Fett und 32 g Kohlenhydrate. Hanfmehl enthält ca. 330 kcal/100 g mit 30 g Protein (USDA, 2023).

Ist Pizza mit Hanfmehl glutenfrei?

Hanfmehl ist von Natur aus glutenfrei. Bei Verwendung von Reis- oder Buchweizenmehl als Basis ist die Pizza vollständig glutenfrei. Stelle sicher, dass die Hefe, die Tomatensauce und andere Zutaten keine Spuren von Gluten enthalten. Personen mit Zöliakie sollten Zutaten mit glutenfreier Zertifizierung verwenden.

Der Artikel hat einen informativen und edukativen Charakter und ersetzt nicht die Konsultation mit einem Arzt. Wenn du schwanger bist, stillst, Medikamente einnimmst oder chronische Erkrankungen hast, konsultiere die Anwendung von Supplements oder Kräutern mit einem Spezialisten.

Autor: Michal Waluk · Veröffentlicht: 2026-05-04 · Aktualisierung: 2026-05-04

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